Auf Dächern arbeiten, Solarmodule montieren und die Energiewende praktisch mitgestalten: In der ersten Juliwoche lernten 25 Frauen sowie trans*, inter*, nicht-binäre und agender Personen (FLINTA*) beim SolarCamp Kassel die Grundlagen der Photovoltaik. Das Bildungsprojekt von SoLocal Energy vermittelt praxisnah Wissen rund um Photovoltaik, Elektrotechnik und Arbeitssicherheit – und eröffnet gleichzeitig neue berufliche Perspektiven im Klimahandwerk.
Eine Woche lang verwandelt sich die Waldschule Kassel in einen Lern- und Begegnungsort für Menschen, die die Energiewende nicht nur unterstützen, sondern selbst anpacken wollen. Vormittags stehen Theorieeinheiten auf dem Programm, nachmittags wird an Musterdächern und Demo-Anlagen geschraubt. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, bei einer echten Solarbaustelle praktische Erfahrungen zu sammeln. Am Ende steht ein Zertifikat als Photovoltaik-Hilfskraft.

„Der Solarausbau gelingt nur, wenn deutlich mehr Menschen PV-Anlagen planen und installieren können“, sagt Kerstin Lopau vom Organisationsteam des SoLocal Energy e.V.. „Gleichzeitig sind Frauen und queere Menschen im Handwerk weiterhin stark unterrepräsentiert. Mit dem SolarCamp schaffen wir einen Raum, in dem Menschen auch ohne Vorerfahrung ausprobieren können, ob das Klimahandwerk etwas für sie ist.“
Der Bedarf ist groß: Photovoltaik gilt als eine der zentralen Technologien für eine klimaneutrale Energieversorgung. Gleichzeitig suchen Handwerksbetriebe in ganz Deutschland dringend Fachkräfte. Das SolarCamp möchte deshalb nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern auch Hemmschwellen abbauen und Wege in Ausbildung, Beruf oder ehrenamtliches Engagement aufzeigen.
Die Qualifizierung von Fachkräften für den Ausbau erneuerbarer Energien ist auch in Nordhessen ein wichtiges Zukunftsthema. Dr. Anja Starick, Leiterin des Umwelt- und Gartenamts der Stadt Kassel, betont: „Für das Gelingen der Energiewende brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort. Das SolarCamp eröffnet Menschen neue berufliche Perspektiven und stärkt zugleich die regionale Umsetzung der Energiewende.“
Möglich gemacht wird das SolarCamp durch die Unterstützung zahlreicher Partner aus der Region. Gefördert wird das Projekt von der Stadt Kassel, dem Landkreis Kassel über die Planungs- und Betriebs GmbH, der Bürgerstiftung Kassel, der Heidehof Stiftung sowie dem VDE Kassel. Weitere Kooperationspartner sind Energie 2000 e.V. und die bundesweite Vernetzungs-Organisation SolarCamp 4 Future.
Nicola Mütterthies von der Bürgerstiftung für die Stadt Kassel und den Landkreis Kassel zur Unterstützung: „Wir möchten interessierte Menschen ermutigen, neue Fähigkeiten rund um das Thema Solarenergie zu entdecken und ihre Zukunft auf diesem Gebiet aktiv zu gestalten. Das SolarCamp schafft dafür die notwendigen Voraussetzungen und eröffnet Zugänge zu einem wichtigen Zukunftsfeld.“
Das Camp findet bereits zum vierten Mal in Kassel statt. Organisiert wird es vom Kasseler Photovoltaik-Kollektiv SoLocal Energy, das sich für Bürgerenergie, Klimabildung und eine sozial gerechte Energiewende engagiert. Das diesjährige FLINTA*-SolarCamp knüpft an die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre an und zeigt, wie Klimaschutz, Bildung und Fachkräfteförderung erfolgreich zusammengedacht werden können.
Weitere Informationen:
www.solocal-energy.de/solarcamp
